Thu, 04 Jul | Ref. Kirche Kyburg

The Little Consort

Cardinal Complex performs english consort music by Gibbons, Locke, Jenkins, Simpson and Lawes
Registration is Closed
The Little Consort

Time & Location

04 Jul 2019, 19:30
Ref. Kirche Kyburg, 8314 Kyburg, Switzerland

About The Event

CARDINAL COMPLEX

Juan Manuel Quintana viola da Gamba

Alex Jellici viola da Gamba

Bruno Hurtado viola da Gamba

Matías Lanz organ

The Little Consort

Das in der englischen Musikgeschichte äusserst bedeutende Wort ‚Consort‘ ist ein sehr wandelbarer Begriff, der zu verschiedenen Zeiten verschiedene Bedeutungen haben konnte, die sich jedoch alle nicht so klar voneinander unterscheiden lassen. Einerseits bezeichnet ‚Consort‘ ein Ensemble von (meistens) Instrumenten, oder von Musikerinnen und Musikern. So kann ein Gamben-Consort ein ‚Set‘ von verschieden grossen, klanglich ähnlichen Gamben sein, oder – wie in unserem Fall – eine Gruppe von Musikern, die alle Gambe spielen. Andererseits ist ‚Consort‘ auch eine Werktitelbezeichnung, so sind im 16. und 17. Jahrhundert zahlreiche Publikationen mit Titeln wie The Royall Consort, The Flat Consort oder The Little Consort (alles Werke von William Lawes) erschienen. Wobei hier natürlich auch der direkte ‚Link‘ zur diese Werke jeweils spielenden Besetzung gemacht wird. Zum Dritten kann ‚Consort‘ besonders in der Zeit um 1700 auch eine Veranstaltung, also ein Konzert, bezeichnen, wurde in dieser Bedeutung jedoch zunehmend von den ihm verwandten Begriffen ‚concert‘ und ‚concerto‘ verdrängt. Heutzutage verbindet man mit den Begriff vorwiegend die bekannten Kammermusik- publikationen des Elisabethanischen Zeitalters – um 1600, der Blütezeit des Englischen Consorts – sowie die typisch englischen Besetzungen, die hauptsächlich in zwei Varianten überliefert sind: den sogenannten Whole Consorts und den Broken oder Mixed Consorts, wobei Erstere ein Ensemble aus Instrumenten der gleichen Familie (also beispielsweise Blockflöten-Consorts oder Gamben-Consorts) und Letztere farbige Mischbesetzungen bezeichnen, wie sie u. a. Michael Praetorius überliefert: „Die Engelländer nennes gar appositè à consortio ein Consort, Wenn etliche Personen mit allerley Instrumenten, als Clavicymbel oder Großspinnet / groß-Lyra / Doppelharff / Lautten / Theorben / Bandorn / Penorcon / Zittern / Viol de Gamba einer kleinen Discant Geig / einer Querflöit oder Blockflöit / bißweilen auch einer stillen Posaun oder Racket zusammen in einer Compagny unnd Gesellschafft gar still / sanfft und lieblich accordiren, und in anmutiger Symphonia mit einander zusammen stimmen.“1 Im aktuellen Programm – benannt nach einer Sammlung von William Lawes, da wir in einer kleinen Formation spielen – präsentiert Cardinal Complex einen farbigen Querschnitt durch zweihundert Jahre Literatur für Gamben-Consort und Orgelbegleitung. Diese Musik besticht durch eine sehr eigenartige, äusserst raffinierte Art der Polyphonie, gewürzt mit typisch englischen, in unseren Ohren teils ‚schräg‘ klingenden Dissonanzen. Ein besonderes Anliegen ist es, die Continuo-Realisierung für einmal in einem historisch adäquaten Rahmen zu präsentieren und auf einer grossen Kirchenorgel wiederzugeben, wie dies in vergangenen Jahrhunderten beinahe ausnahmslos immer praktiziert wurde – Orgelpositive sind in der Form, wie sie uns heute regelmässig in Konzerten begegnen eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und ein Irrtum mit klangästhetisch gravierenden Folgen.

www.cardinalcomplex.com

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